Warum ist die Richtlinie für Flexmörtel erarbeitet worden?
Bisher wurden viele Fliesenkleber als flexibel, flexibilisiert oder Flexmörtel bezeichnet. Die Eigenschaften dieser Produkte waren jedoch nicht klar umrissen. Die neue Flexmörtel-Richtlinie, die im Juni 2001 erschienen ist, hat klare Anforderungen an Flexmörtel aufgestellt und nennt Bereiche, bei denen der Einsatz von Flexmörteln empfohlen wird. Damit gibt es jetzt Planungs- und Ausführungssicherheit für Architekten und Fliesenleger.
Welche Materialien fallen unter den Geltungsbereich der "Richtlinie für Flexmörtel"?
Diese Richtlinie regelt ausschließlich einkomponentige Verlegemörtel zur Verlegung von keramischen Fliesen und Platten, Natur- und Betonwerksteinen, kunstharzgebundenen Platten und Glasmosaik, die von der Verarbeitung nur noch mit Wasser angemischt werden. Zwei- oder mehrkomponentige Verlegemörtel fallen nicht unter den Geltungsbereich, auch wenn sie evtl. die Anforderungen dieser Richtlinie erfüllen.
Welche Anforderungen an Flexmörtel stellt die Richtlinie?
Ein Verlegemörtel darf im Sinne dieser Richtlinie nur als "Flexmörtel" bezeichnet werden, wenn er folgende Kriterien erfüllt:
1. C2 - Kriterien DIN EN 12004 d.h., Haftzugfestigkeit 1,0 N/mm2
2. DIN EN 12002 Verformung 2,5 mm
Für welche Einsatzbereiche wird die Verwendung von Flexmörtel empfohlen?
Der Einsatz von Flexmörtel ist bei folgenden Anwendungsfällen empfehlenswert:
1. Verlegung im Außenbereich
2. Verlegung von keramischen Fliesen und Platten mit niedriger Wasseraufnahme (Wasseraufnahme 0,5 %, z. B. Feinsteinzeug)
3. Verlegung von keramischen Fliesen und Platten mit glasiger Rückseite, z. B. Glasmosaik oder Feinsteinzeug mit glasartiger Rückseite
Welche Anforderungen werden an die Ausfürhung und Verarbeitung gestellt?
An die Verarbeitung von Flexmörtel werden keine besonderen Anforderungen gestellt, es gelten die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Dünnbettmörtel. Im Außenbereich, im Schwimmbecken, in den direkt damit zusammenhängenden Flächen, bei stark beanspruchten Bodenflächen und in Bereichen, die eine weitgehend vollflächige Bettung des keramischen Bekleidungsstoffes fordern, ist diese durch die Anwendung Fließbettverfahren oder des Butterring-Floating-Verfahrens sicherzustellen.









