DEUBAU: Baukonjunktur zwischen Boom und Flaute
Sanierungsmarkt wächst, Neubau stagniert / Saint-Gobain Weber fordert eine ausgeglichene staatliche Förderung
Essen/Ludwigshafen – Das Stimmungsbild auf der internationalen Baufachmesse DEUBAU in Essen ist geteilt. Während sich einige der Messeaussteller über pralle Auftragsbücher freuen, haben andere aufgrund rückläufiger Geschäftsergebnisse ihre Teilnahme sogar abgesagt. Das spiegelt nach Ansicht von Christian Poprawa, Leiter Marketing, sehr gut die allgemeine Situation im Baugewerbe zum Jahresstart 2010: „ Die energetische Sanierung von Bestandsbauten gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wird in Deutschland immer weniger Geld in Neubauten investiert. Unternehmen, die keine oder nur wenige Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Sa-nierung anbieten können, haben daher zwangsläufig Probleme.“
Mehr Anreize für den Neubau schaffen
Insgesamt fließen derzeit in Deutschland etwa 70 Prozent aller Bauinvestitionen in Neubau-projekte und 30 Prozent in die Sanierung. Zwar rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauwirtschaft für das Jahr 2010 noch mit einem leichten Umsatzplus im Wohnungsneubau, jedoch besagt eine aktuelle Studie des renommierten Wirtschaftsforschungsinstitut Deloitte, dass sich dieses Verhältnis bis 2015 umkehren wird. Ein Grund dafür sind zweifellos die gestiegenen Energiekosten. Der Energieverbrauch der meisten Altbauten ist so hoch, dass sich eine Sanierung für die Eigentümer in kürzester Zeit rechnet.
Hinzu kommt, dass der Staat sich momentan fast vollständig auf den Renovierungsmarkt konzentriert und kaum noch attraktive Anreize für Neubauprojekte vergibt. Christian Poprawa warnt vor den absehbaren Folgen dieser einseitigen Förderpolitik: „Eine Sanierung um jeden Preis ist genauso falsch wie ein bedingungsloser Abriss und Neubau. Wir brauchen in Deutschland ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Neubau und Bestandssanierung. Daher sollten weitere Maßnahmen angestoßen werden, um die Baubranche, speziell den Neubau-bereich, zu beleben.“
Grüner Etikettenschwindel
Ein weiterer Mega-Trend am Bau, der auch auf der DEUBAU unübersehbar ist, heißt „grünes Bauen“. Heutzutage verzichtet kaum ein Hersteller von Bauprodukten darauf, die Nachhaltig-keit seiner Erzeugnisse hervorzuheben. Doch nicht alles, was sich umweltfreundlich nennt, hält auch was es verspricht. Eigentümer und Bauherren sind gut beraten, sich genau zu informieren, damit der Wunsch nach einer natürlichen und gesunden Bauweise auch einen nachhaltigen Nutzen bringt. Christian Poprawa rät daher Bauherren, sich bei der Auswahl ökologisch-nachhaltiger Baustoffe im Fachhandel beraten zu lassen.
2010 gut aufgestellt
Für das Geschäftsjahr 2010 sieht sich Saint-Gobain Weber gut aufgestellt. Christian Poprawa: „Wir bedienen die wesentlichen Trends am Bau und sind gleichzeitig so flexibel, dass wir auf Nachfrageveränderungen im Markt schnell reagieren können. Die Beteiligung an der DEUBAU ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Wir nutzen die Messe, um mit den Ziel-gruppen am Bau ins Gespräch zu kommen. Nur so kann man Trends und Entwicklungen frühzeitig erkennen, den Anforderungen von heute und morgen begegnen und mit den rich-tigen Produkten und Dienstleistungen zur richtigen Zeit am Markt sein.“









