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Weber Saint-Gobain - Official website of the company

Brandschutz aktuell

Aktuelle Änderungen beim Brandschutz

Im Rahmen einer durch die Bauministerkonferenz beauftragten Versuchsreihe wurden in 2015 konstruktive Maßnahmen erarbeitet, die mit EPS-Dämmstoff ausgeführte WDVS-Fassaden widerstandsfähiger gegen Brandbeanspruchungen von außen machen sollen. Daraus entwickelte Hinweise des DIBt sind seit dem 01.01.2016 Bestandteil der Zulassung für EPS-WDVS und somit verpflichtend umzusetzen.

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Baustoffklasse bestimmt Sicherheitsniveau

Jedes Wärmedämm-Verbundsystem muss bauaufsichtlich zugelassen werden, um auf den Markt zu gelangen. Bestandteil der Zulassung sind unter anderem umfangreiche Brandsicherheitsprüfungen, nach denen das System einer bestimmten Baustoffklasse zugeordnet wird. Zwei Baustoffklassen sind für den Brandschutz von Fassaden maßgeblich: A1/A2 – „nichtbrennbar“ und B1 – „schwerentflammbar“, wobei A1 das höchste Sicherheitsniveau bietet. Nach den europäischen Klassifizierungsregeln löst die neuere Euroklasse die nationale Klassifizierung ab. Diese in der EN 13501-1 geregelten Klassen sind nicht direkt mit den Baustoffklassen nach DIN 4102-1 vergleichbar. So definieren die europäischen Klassen neben dem Brandverhalten auch so genannte Brandparallelerscheinungen wie Rauchentwicklung – gegliedert in drei Klassen s1, s2 und s3 – und das brennende Abtropfen von Baustoffen während eines Brandes, das mit d0, d1 und d2 beschrieben wird. Dabei gilt: Je höher die Zahl, desto schlechter das Verhalten im Brandfall.

Die Entscheidung für eine bestimmte Baustoffklasse und ein entsprechendes System richtet sich nach der Art und Nutzung des Gebäudes sowie dem individuellen Sicherheitsbedürfnis.

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Hierbei ist die Gebäudehöhe von Bedeutung: Je höher das Gebäude, desto strenger sind die Anforderungen an den Brandschutz. Bei Wohn- und Bürogebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, (d.h. Gebäude, bei denen der Fußboden des obersten Aufenthaltsraums die Höhe von 7 Metern über mittlerem Geländeniveau nicht überschreitet), sieht die Bauordnung eine normal entflammbare Außenwandbekleidung vor. Ein Wärmedämm- Verbundsystem von bis zu 100 Millimetern Dicke dürfte demnach ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen ausgeführt werden. Ab 22 Metern müssen generell Systeme der Baustoffklasse A verwendet werden; Einzelheiten regeln die jeweiligen Landesbauordnungen.

Saint-Gobain Weber legt größten Wert auf höchstmögliche Sicherheit, sowohl bei internen Prozessen als auch bei Weber- Systemen und den zugehörigen Ausführungsempfehlungen. Unabhängig von der Gebäudeklasse empfiehlt Weber daher als Mindest-Schutzniveau „schwerentflammbar“.

Wichtig ist zudem, dass sich die Baustoffklassen nicht allein auf den Dämmstoff beziehen. Die bauaufsichtliche Zulassung gilt nur, wenn das vollständige System mit allen vorgesehenen Einzelkomponenten zum Einsatz kommt. Erst dann ist Verlass auf die angegebene Baustoffklasse des Wärmedämm-Verbundsystems.

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Schwerentflammbar: WDVS mit Polystyrol

Der am weitesten verbreitete Dämmstoff bei Wärmedämm- Verbundsystemen ist expandiertes Polystyrol, kurz EPS. Seine Beliebtheit resultiert aus einer hohen Dämmleistung, Wirtschaftlichkeit und bewährten Verarbeitung. Beim Brandschutz bleibt er unter dem Leistungsniveau der mineralischen Alternative.

Um WDV-Systeme auf Basis von EPS in die Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar) einordnen zu können, müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Die EPS-Dämmung erhält dann Barrieren aus dem nichtbrennbaren und formstabilen Dämmstoff Mineralwolle, die im Falle eines Brandes das Übergreifen der Flammen auf die gesamte Fassade verhindern. Dabei ist die gängigste Methode, um das gesamte Gebäude horizontal umlaufende Brandriegel aus Mineralwolle – so genannte Bauchbinden – anzubringen.

Erweiterung der bisherigen Schutzziele

Die bisherigen konstruktiven Brandschutzmaßnahmen zielen auf Schutz vor Wohnraumbränden, d.h. sie dienen vorrangig dazu, das Übergreifen von Bränden aus dem Gebäudeinneren auf die Fassade zu verhindern. Dabei wird die komplette Fassade betrachtet. Die Regelungen, die entweder einen Sturzschutz über jeder Öffnung in der Außenwand oder horizontal umlaufende Brandriegel in jedem zweiten Geschoss vorsehen, bleiben bestehen, da sie sich als wirkungsvoll erwiesen haben. Die Neuregelung bezieht ein weiteres Gefahrenszenario in den baulichen Brandschutz bei WDV-Systemen ein: den „Sockelbrand“, bei dem man von einer von außen an die Fassade herangetragenen Brandlast am Geländeanschluss ausgeht. In einer Schutzzone zwischen Gebäude-Sockel und dem dritten Geschoss werden daher künftig unabhängig von der Dämmstoffdicke zusätzliche Brandschutzmaßnahmen in Form von Brandriegeln wirksam werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Brände, beispielsweise an abgestellten Fahrzeugen, Müllcontainern oder Sperrmüll auf Gebäude übergreifen.

Auf Nummer sicher: vollmineralische WDVS

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Wird ein WDVS fachgerecht und nach den Vorgaben der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen verbaut, bietet es hinreichend Schutz vor Bränden. Die höchsten Anforderungen in Sachen Brandschutz erfüllen vollmineralische Wärmedämm-Verbundsysteme. Dämmstoff, Klebe- und Armierungsmörtel sowie Oberputz bestehen aus mineralischen, nichtbrennbaren Rohstoffen. Folglich werden vollmineralische Systeme in die Baustoffklasse A1 eingruppiert. Das hohe Sicherheitsniveau vollmineralischer Systeme erleichtert deren Planung und Verarbeitung. Die Brandschutzkonstruktion ist denkbar einfach, da sie keine aufwändige Detailausbildung erfordert. Im Gegensatz zu anderen Dämmsystemen kommen vollmineralische Lösungen ohne zusätzliche Brandriegel aus. Sie können zudem auch bei Hochhäusern mit einer Gebäudehöhe bis zu 100 Metern problemlos eingesetzt werden. Und auf einem mineralischen Wandbildner, wie zum Beispiel Ziegel oder Bims, erzielt man mit vollmineralischen Systemen einen bauphysikalisch vorteilhaften, homogenen Aufbau, bei dem alle Bestandteile einen ähnlichen Diffusionswiderstand aufweisen.